Historiengewölbe

Das Historiengewölbe – Museum über dem Kerker Rothenburgs

Tief unter dem gotischen Rathaustrakt befinden sich die einstigen Verliese von Rothenburg ob der Tauber, in denen einst auch der legendäre Bürgermeister Heinrich Toppler (um 1340 bis 1408) landete. Besichtigen kann man die unterirdischen Zellen noch über das Historiengewölbe des Vereins Das Historische Festspiel „Der Meistertrunk“. Mit einer ausgewählten Sammlung an originalen Waffen, Fahnen und Uniformen entführt das Historiengewölbe in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Teilweise sind Szenen des Alltagslebens aus dieser Zeit nachgestellt.

Historienverlies der Historischen Festpiel "Der Meistertrunk" e.V.

Ein Dungeon, aber keine Show

Gang durch den Lichthof unter Rothenburgs Rathaus

Als Rothenburg Dungeon wird das Historienverlies für englischsprachige Gäste auch beworben. Doch anders als bei den Namensvettern in Hamburg oder London geht es hier weniger um Schockeffekte und die Show, sondern um die reale Beklemmung einer echten mittelalterlichen Gefängniszelle. Das Rothenburger Verlies betritt man durch einen engen, niedrigen Gang – dunkel ist es hier, die Steine sind nass und kalt. Und wenn man dann vor den drei Zellen steht, kann man sich sehr gut vorstellen, wie bedrückend die Haft in diesen dunklen Löchern einst gewesen sein muss. Vor den Zellen befindet sich plakativ eine Streckbank aus Holz – der einzige nachträglich hinzugefügte Schockeffekt im Rothenburger Verlies. Gefoltert wurde in den Kellern wohl niemand.

Die Ausstellung im Historiengewölbe – Ein Verein, der die Stadt prägt

Über dem Verlies gelegen, findet sich die Ausstellung des Historischen Festspiels „Der Meistertrunk“, welche die Vorgänge im 30jährigen Krieg erläutert und mit originalen Ausstellungsstücken einen Eindruck von der damaligen Kriegsführung vermittelt. Der Verein zählt 900 Mitglieder, an Pfingsten verwandeln die Mitglieder die gesamte Altstadt in ein riesiges Feldlager. Die Ausstellungsräume dienten einst als Handelskammer für die Märkte rund um das Rathaus. Heute blickt man hier erst einmal einer Kanone aus dem 30-jährigen Krieg in den Lauf. Eine Fahne aus der schlimmen Zeit zeugt von den Kampfhandlungen, die sie durchlebt hat. Auch viele der sorgsam restaurierten Waffen und Uniformen, die im Museum ausgestellt sind, waren einst in Verwendung – und teilweise sieht man ihnen dies noch deutlich an. Fakten und Geschichten aus dem 30jährigen Krieg sind im Historiengewölbe von Rothenburg ob der Tauber anhand von Spielszenen greifbar dargestellt.

Pfingsten beim Festspiel "Der Meistertrunk"

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