Rothenburgs Burggarten – Der Park für eine Pause

Wo steht in Rothenburg ob der Tauber die Burg? Diese Frage hört man häufig und blickt ebenso häufig in enttäuschte Gesichter. Denn eine Burg gibt es in Rothenburg ob der Tauber schon lang nicht mehr, die einstige Stauferburg wurde zerstört. Lang hält die Enttäuschung aber nicht an, denn an ihrer Stelle erstreckt sich dafür die grüne Oase Rothenburgs, der Burggarten. Was ist so besonders am Burggarten? Und wo gibt es die besten Ausblicke vom Burggarten aus? Wir erklären, warum sich ein längerer Aufenthalt im Rothenburger Burggarten empfiehlt.

Der schönste Ausblick in Rothenburg ob der Tauber

Burggarten Pärchen Romantik Taubertal Silhouette

Wenn man den Burggarten über das Burgtor erreicht, so kann man sich gleich links und rechts an den Aussichtskanzeln schöne Überblicke über das Taubertal verschaffen. Nach Norden hin blickt der Besucher in den Ortsteil Detwang, in dessen Kirche sich ein Holzaltar von Tilman Riemenschneider befindet. Im Jahr 960 wurde Rothenburg hier erstmals urkundlich erwähnt. Ein kurzer Wanderweg führt vom Burggarten aus nach Detwang, 20 Minuten sollten Sie für diesen einfach einplanen – dabei passieren Sie auch den Biergarten Unter den Linden, direkt an der Tauber gelegen. Auch das Topplerschlösschen lugt im Norden durch die Bäume hervor. In südlicher Richtung schaut man vom Burggarten aus über den Weinberg An der Eich in das Taubertal mit der Kobolzeller Kirche und der Doppelbrücke sowie auf das gegenüberliegende Spitalviertel mit den markanten Fenstern der Jugendherberge (einstige Roßmühle).

Die letzten Reste der Burg und ein schattiger Park für eine Pause

Beim Gang in den Burggarten sehen Sie linker Hand das einzig erhaltene Gebäude der einstigen Stauferburg, heute eine Gedenkstätte. Vor der Blasiuskapelle klärt eine Schautafel über Struktur und Funktion der einstigen Burganlage auf. An der Burg vorbei kommen Sie zu einem Privathäuschen, das einst der Rothenburger Stadtgärtnerei als Büro diente. Inmitten der englischen Parkanlage finden Sie hier einen kleinen Figurengarten und Allegorien der Vier Jahreszeiten. Den Burggarten zeichnen ein historischer Baumbestand aus sowie weite Rasenflächen, die zum Verweilen einladen.

Gedenken an vergangene Zeiten

Burggarten Rothenburg ob der Tauber

Eine Stele und ein Pogromstein erinnern im Burggarten an vergangene Zeiten. Die Stauferstele an der nördlichen Seite des Burggartens erinnert an jene Zeit, als die Burg des Kaisers im Heiligen Römischen Reich seine Kontrolle über die Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber wahrte. Oftmals steht zu lesen, dass die Burg durch ein Erdbeben zerstört wurde – wohl eher eine Legende. Steine waren ein kostbares Gut und die Bürgerstadt drängte auf Ausdehnung. Wahrscheinlicher ist somit, dass die Rothenburger die Burg selbst abtrugen. Gleich neben der Kapelle befindet sich eine Kopie des mittelalterlichen Pogromsteins, dessen Original im RothenburgMuseum ausgestellt ist. Hier wird des Mordes an der jüdischen Bevölkerung Rothenburgs gedacht, die im Mittelalter im Zuge des Rindtfleisch-Pogroms 1298 umkam. Der Gedenkstein im Burggarten ist somit auch Bestandteil einer Führung durch das Jüdische Rothenburg.

Das Figurenbeet im Burggarten – Ein Motiv für Fotografen

Gleich hinter dem einstigen Gärtnerhaus befindet sich das Figurenbeet, das ein Anziehungspunkt für die vielen Fotografen in Rothenburg ob der Tauber ist. Neben dem plätschernden Brunnen finden sich hier Darstellungen der Jahreszeiten im blühenden, duftenden Blumenbeet. Im Hintergrund thronen Mauern und Türme des Spitalviertels als Kulisse für den perfekten Schnappschuss. Auch die Deutsche Post hat dies erkannt und widmete dem Ausblick 2019 eine eigene Doppelbriefmarke in der Serie „Deutschland schönste Panoramen“.

Jahreshöhepunkte Rothenburg - Pittoresk - Rothenburg als Landschaftsgarten - Burggarten

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